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Apropos

Demografischer Wandel

August 2017

In wenigen Wochen geht es bei der Abstimmung über die Altersreform 2020 um die Frage, wie unser Vorsorgesystem für die Zukunft gerüstet sein soll. Da die 1. Säule dieses Systems – die AHV – auf dem Umlageverfahren beruht und die Zahl der Pensionierten schneller wächst als die Zahl der Erwerbstätigen, finanzieren immer weniger Menschen im Erwerbsalter die Renten der Pensionierten: Während vor 60 Jahren noch 6 Erwerbstätige die Rente eines Pensionierten finanzierten, sind es heute noch 3,3. In den nächsten 20 Jahren wird dieses Verhältnis auf 2,2 schrumpfen. Schon im November 2006 hat sich die Progress Foundation an einer Economic Conference mit dem Thema «Demographie, Wachstum und Wohlstand» auseinandergesetzt. Die Referenten Prof. Nicholas Eberstadt und Prof. Rainer Münz gingen dabei unter anderem auf die Probleme einer alternden Bevölkerung für die Sozialsicherungssysteme aus einer globalen bzw. einer europäischen Perspektive ein.

Doch die Herausforderungen sind nicht nur versicherungstechnischer Art. Für Westeuropa prognostizierte Eberstadt damals etwa eine sinkende Innovationskraft, weil die Bevölkerungsgruppen im «innovativen Alter» zwischen 30 und 50 abnehmen. Ausserdem geisselte er die zunehmende Divergenz zwischen der steigenden Lebenserwartung und dem Rentenalter. Inzwischen haben einige OECD-Länder das gesetzliche Rentenalter angehoben, während sich die Schweiz trotz einer der höchsten Lebenserwartungen weltweit immer noch an das Rentenalter 65 klammert. Eberstadt verortet Wachstumspotential für jene Staaten Europas, die sich für ein “healthy ageing“ entscheiden und die Barrieren im Arbeitsmarkt aufheben. Würde sich die Schweiz für eine auf Eigenverantwortung basierende Flexibilisierung des Pensionsalters entscheiden, würde dies nicht nur zu einer Entlastung der AHV führen, sondern auch den unterschiedlichen Lebensentwürfen besser Rechnung tragen.

Sie können das komplette Referat inkl. Slides auf unserer Website nachlesen.


Konferenz:
> 23. Economic Conference: "Demographie, Wachstum und Wohlstand"